1973-2010
37 Jahre Motorrad-Club Schwalmstadt
Seinen Ursprung hat der heutige Motorrad-Club Schwalmstadt e. V. 1967/1968 im Jugendzentrum Ziegenhain.
Hier trafen sich die 14 bis 15jährigen Rockfans um gemeinsam Musik zu hören und Partys zu feiern.
Als die ersten ihr 16. Lebensjahr vollendet hatten und mit ihren 50-ccm Maschinen Marke "Herkules", "Kreidler" , "Zündapp" oder "DKW" vorfuhren, folgten ihnen innerhalb weniger Monate mehr als 20 ,,Mopedfans".
1969 kam der Film ,,Easy Rider" in die Schwälmer Kinos und von nun an ging in Ziegenhain richtig die Post ab. Die ,,Mopeds" wurden umgebaut in ,,Chopper", mit hohen Lenkern, Rückenlehnen und freigelegten Hinterreifen.
Auch eine Jeans-Weste (Kutte) mit Rückenaufnäher (Colour), musste her. Wir nannten uns fortan
,,Rolling Fleet"
und waren jedes Wochenende unterwegs. Selbst im Winter fuhren wir bei Eis und Schnee in die Disco's nach Homberg, Falkenberg, Bad Wildungen und Uttershausen.
So nach und nach erreichten die Rolling-Fleet-Mitglieder die 18-Jahre-Schallmauer und die ersten Bikes mit 250 ccm und mehr wurden angeschafft.
Das Erreichen des 18. Lebensjahres war/sollte wegweisend für alle werden und das Leben der Rolling-Fleet in unterschiedlichen Richtungen lenken. Die Rolling-Fleet lösten sich sprichwörtlich auf. Ein Teil der Leute kaufte sich Motorräder und blieb zusammen. Andere machten auf Hippie und Flower Power oder auf normal; kauften sich Autos und gingen mit ihren Mädchen in die Disco's.
Die Biker, die zusammengeblieben waren, gründeten 1973 den heutigen Motorrad-Club Schwalmstadt, der einige Jahre später, im April 1977, ins Vereinsregister des Amtsgerichts Schwalmstadt aufgenommen wurde.
Die Anmeldung als e. V. war seinerzeit notwendig geworden, da Motorrad-Club´s bei den Behörden auf taube Ohren stießen, wenn sie selbst Veranstaltungen durchführen wollten und dafür die erforderliche Genehmigung benötigen. Durch die Anmeldung in Vereinsregister wurde alles in geregelte Bahnen gelenkt. Es musste eine Clubsatzung und eine Wahlordnung erstellt werden.
Die Satzung schrieb die Wahl eines Vorstandes vor, der heute aus dem Präsidenten (Häufy), dem Vize (Hugo), dem Secretary (Helwig), dem Kassierer (Jack) und dem Beisitzer (Rüdi) besteht. Der Vorstand wird alle 2 Jahre gewählt.
An Motorrädern wird alles gefahren, von Japanern und Italienern, über BMW und Harley bis zum Gespann.
Das erste vom MC Schwalmstadt ausgerichtete Motorrad-Treffen fand schon 2 Jahre nach seiner Gründung im September 1975 am "Dillicher See" bei Borken statt.
Eingeladen hatte der MC Schwalmstadt zum
1. Internationalen Geißbocktreffen,
benannt nach seinem Maskottchen, einem lebenden Geißbock (Ziegenbock), dem Wappentier seiner Heimatstadt Ziegenhain.
In den folgenden Jahren waren die Mitglieder des MC Schwalmstadt auf vielen Treffen, Rennen und sonstigen Motorradveranstaltungen in ganz Europa unterwegs und das bei jedem Wetter.
Der alljährliche Besuch des legendären "Elefantentreffens" in der Eifel war damals Pflicht.
Am Dillicher See bei Borken wurden die ersten drei Motorradtreffen ausgetragen. Ohne Strom und fließendem Wasser musste alles improvisiert werden.
Im Sommer 1978 feierte der MC Schwalmstadt sein 4. Internationales Geißbocktreffen erstmals im Schlosspark von Loshausen.
Mit Hilfe des ehemaligen Landrats des Landkreises Ziegenhain, Herrn Albert Pfuhl, wurde uns von der Gemeinde Willingshausen die Genehmigung erteilt, künftig unsere Motorradtreffen im Schlosspark in Loshausen durchzuführen.
Albert Pfuhl, der sich in dieser Zeit immer wieder für die Belange des Motorrad-Clubs Schwalmstadt eingesetzt hatte, wurde im April 1979 zum Ehrenmitglied ernannt und in den Motorrad-Club aufgenommen.
Da jeder Verein und Club einen Ort der Begegnung braucht, musste auch ein Clubhaus gefunden werden. Nachdem die Clubmitglieder die ersten Jahre in einer schäbigen Baracke auf dem heutigen Gelände der Firma Schuh-Rohde ihre Zusammenkünfte hatten, konnte im Jahr 1974 die ehemalige Wäscherei im Steinweg 16 in Schwalmstadt-Ziegenhain angemietet werden.
Das Gebäude wurde dem Club von der Stadt Schwalmstadt zur Verfügung gestellt und von diesem in den folgenden Jahren in Eigenleistung zu einem gemütlichen Clubheim ausgebaut.
Hier treffen sich die Mitglieder bis heute jeden Freitag ab 21 Uhr.
Von diesem Clubheim aus, das in den nächsten Jahren Zentrum des Motorrad-Clubs werden sollte, wurden alle Aktivitäten, wie Touren zu Veranstaltungen anderer Clubs, Motorradrennen und Rockkonzerten gestartet. Die eigenen Partys und Treffen wurden im Clubhaus geplant, Jahreshaupt- und Mitgliederversammlungen, Geburtstage und sonstige Feiern werden bis heute dort durchgeführt.
Durch die vielen Aktivitäten der Clubmitglieder wurde auch das alljährliche Geißbocktreffen immer bekannter und größer.
So konnte im August 2009 das 35. Geißbocktreffen mit vielen befreundeten Bikern und Motorrad-Clubs gefeiert werden.
Eine besondere Freundschaft verbindet die Schwalmstädter mit einem Motorrad-Club aus dem Allgäu, den Motorrad-Freunden Marktoberdorf. Seit mehr als 30 Jahren besuchen sich beide Clubs mehrmals im Jahr.
Darüber hinaus besteht zu vielen weiteren Besuchern der Geißbocktreffen eine langjährige Freundschaft, die einmal im Jahr richtig begossen wird.
Aber es wird nicht nur gefeiert beim MC Schwalmstadt. Der Club hat sich auch zum Ziel gesetzt, zur Verhütung von Verkehrsunfällen beizutragen. Dazu führt man Veranstaltungen durch, die den Motorradfahrer "verkehrssicherer" machen sollen.
Neben seinen Beiträgen zur Verkehrssicherheit, will der MC Schwalmstadt allgemein das Motorradfahren fördern und Freunde für dieses Hobby gewinnen. Dazu gehören die bereits erwähnten Geißbocktreffen im August jeden Jahres, die jährliche Frühlingsparty im März, sowie Wanderungen, Clubfahrten und Grillabende etc., sowie die Teilnahme am Festzug der Ziegenhainer Salatkirmes, auf die sich die Club-Mitglieder immer besonders freuen.